MEXIKANISCHE SPINNEN

EINLEITUNG

Mexiko steht an dritter Stelle der vielfältigsten Länder der Welt. Die Gründe für diese große biologische Vielfalt, sind unter anderem seine geographische Lage inmitten zweier biogeographischen Regionen - des neoarktischen und des neotropischen Gebietes - und die Wechselwirkungen dieser beiden Zonen, sowie die große physiographische, klimatische und ökologische Heterogenität. Der große Reichtum des Landes bestätigt sich bei der Betrachtung der Organismenvielfalt die hier anzutreffen ist (Llorente et al. 1996).

Wenn von der Vielfalt Mexikos die Rede ist, werden die mexikanischen Wirbeltiere in besonderem Maße hervorgehoben. Die wirbellosen Tiere finden jedoch wenig Berücksichtigung, so wie es zum Beispiel bei den Gliederfüßlern der Fall ist. Diese Spezies (Phylum Arthropoda) macht 85% der gesamten Weltfauna aus und repräsentiert 65% der bekannten Arten, die sich insgesamt auf ca. 1,7 Millionen belaufen. Für Mexiko ist keine Schätzung vorhanden, da die Gliederfüßler nur in geringem Umfang erforscht wurden und es gibt sogar Spezies, die abgesehen von ihrer taxonomischen Kategorisierung nicht weiter untersucht wurden. (Llorente et al. 1996).

Innerhalb der Klasse der Gliederfüßler (Phylum Artropoda) - den fünf großen Insektengruppierungen (Coleoptera, Hymenoptera, Lepidoptera, Diptera und Hemiptera) nachgeordnet - bilden die Spinnen (Arachniden) weltweit eine der vielfältigsten Gruppen wirbelloser Tiere und nehmen diesbezüglich die siebte Stelle ein (Coddington und Levi, 1991 und Hoffman, 1995). Weltweit sind ungefähr 150 Familien, 3.000 Gattungen und 34.000 Arten bekannt (Jiménez, 1996), aber es wurde ermittelt, daß weitere 170.000 Spezies bisher noch nicht näher beschrieben wurden (Coddington und Levi, 1991). In Mexiko wurden 62 Familien, 413 Gattungen und 2.506 Arten gefunden (Jiménez, 1996) und man nimmt an, daß diese Angaben sich weit unterhalb der tatsächlichen Situation befinden; in diesem Land muß hinsichtlich der arachnologischen Fauna noch viel zusammengetragen und erforscht werden (Coddington und Levi, 1991; Hoffman, 1995 und Jiménez, 1996).

Diese wirbellosen Tieren verdanken ihre Vielfalt der hohen Anpassungsfähigkeit an die Umwelt, da ihr natürlicher Lebensraum sich von den höchsten Bergen über die tiefsten Höhlen, trockene und heiße Wüsten, sehr kalte Gebiete, Dünen, bis hin zu von Gezeiten betroffene Zonen erstreckt; und einige Spezies haben sich sogar im Süß- und Salzwassermillieu angesiedelt. Zusammenfassend kann bestätigt werden, daß sie überall anzutreffen sind, außer in der Luft und im offenen Meer (Foelix, 1996). Ferner ist es möglich, daß man an Orten irdischen Lebens auch Spinnen vorfindet, die mit diesem Leben in Verbindung stehen (Turnbull, 1973). Denn die Tatsache, daß Spinnen Fleischfresser sind, gefährdet ihr Überleben nicht, da sie sich fast von allen Gliederfüßlern und einigen Wirbeltieren (Fische, Frösche und kleine Vögel) ernähren können; dies ist ein guter Grund, sie in fast allen Ökosystemen als unentbehrlich zu erachten (Rod und Ken, 1994).

Kurze Darstellung der durchgeführten Studien über mexikanische Spinnen

Die mexikanischen Spinnen sind eingehend erforscht worden, jedoch hat man nie eine vollständige Erforschung erreichen können. Es liegen Sammlungen mit Tausenden von Exemplaren vor, aber sie repräsentieren nicht die gesamte arachnologische Fauna des Landes. Darüber hinaus ist bedauerlich, daß sich die vollständigsten Sammlungen mexikanischer Spinnen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, England und Frankreich (Jiménez, 1996) befinden und man in Mexiko lediglich über kleine Sammlungen verfügt, die sich in einigen Institutionen des Landes, in den Staaten Baja California Sur, Chiapas, Veracruz, Nuevo León und Distrito Federal befinden (Jiménez, 1996). Aus diesem Grunde soll mit dieser Seite der Reichtum unseres Landes bekannt gemacht werden.

Zitierte Literatur

Coddington, J.A. und H.W. Levi, 1991. Systematics and evolution of spiders (Araneae).

Annu. Reav. Ecol. Syst., 22:565-92

Foelix, R.F., 1996. Biology of spiders. Zweite Auflage. Oxford University Press. New York. 330 Seiten.

Hoffman, A., 1995. El Maravilloso Mundo de los Arácnidos. La ciencia desde México. Nr. 116. Mexiko 1997, 166 Seiten.

Jiménez, María-Luisa, 1996. Araneae, en Biodiversidad, Taxonomía y Biogeografía de Artrópodos de México, Kapitel 11, Instituto de Biología, UNAM, Mexiko, Seiten 83-101.

Llorente, J.B., González, E.S., García, A.N.A. und Codero, C., 1996. Breve Panorama de la Taxonomía de Artrópodos en México en Biodiversidad, Taxonomía y Biogeografía de Artrópodos de México, Kapitel I, Instituto de Biología, UNAM, Mexiko, Seiten 2-14.

Rod und Ken Preston Mafham, 1994. "Spiders of the world". Facts On File. An Infobase Holdings. Hong Kong, 187 Seiten.

Tumbull, A.L., 1973. Ecology of true spiders (Araneomorphae). Annual Review of Entomology, 18:305-348.